Aus dem Sanella-Album Australien Neuseeland

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Seite 42

"Bleibt hier vorn, wo es flach ist!", ruft er uns zu. "Hier sind viele Haie. Und wenn die zubeißen, dann ist eure Fahrt zu Ende!" Der Alte hat recht. Vor uns im tiefen Wasser tauchen immer wieder die dreieckigen, dunklen Rückenflossen der Haifische auf. Obwohl uns das Wasser nur bis zum Bauch geht, ist uns nicht ganz wohl in dieser unheimlichen Nachbarschaft zumute. Wir wenden die Augen nicht fort von den gefährlichen Dreiecken, die mit einer tollen Geschwindigkeit das Wasser durchschneiden. Als ich mich nach Klaus umwende, entdecke ich ein paar Meter hinter ihm eine Seeschlange! Ihr Kopf ragt wie das Sehrohr eines U=Bootes aus dem Wasser - schnell schwimmt sie auf Klaus zu. "Klaus - aufpassen!" schreie ich, so laut ich kann.. Klaus schaut mich etwas verdutzt an. Dann dreht er sich um, sieht die gelbe Schlange mit den schwarzen Ringen und macht blitzschnell einen flachen Hechtsprung. So schnell er kann, krault er in dem flachen Wasser zum Ufer! Ich habe ein paar Korallenbrocken vom Grund aufgenommen. Gleich beim ersten Wurf treffe ich den Kopf der Schlange. Anscheinend habe ich sie empfindlich verletzt, denn sie tobt heftig im Wasser herum. Schließlich sinkt sie zu Boden. Vorsichtig gehen wir näher und berühren sie mit einem Stock. Aber die Schlange ist tot. Wir tragen sie ans Ufer. "Donnerwetter - eine Zeilenschlange!" brummt der Fischer anerkennend. Sorgfältig mustert er die knapp einen Meter lange Seeschlange und ihren platten Ruderschwanz. "Sie ist giftig. Sicher habt ihr sie aus ihrem Schlupfwinkel aufgestört; denn sonst bekommt man sie hier am Ufer tagsüber kaum zu sehen. Da liegt sie meistens in einem Korallenloch oder in einem verschlammten, hohlen Baumstamm."

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